Das Buch des Herl
Michael Herls komische Betrachtungen Frankfurts
...unnachahmliche Mischung aus Lakonie und Satire (FAZ)
...von selten gelesener Schönheit (FR)
...Charmeoffensive auf das Bankenviertel (FNP)
...philosophische Höhen, die Teddy Adorno ziemlich alt aussehen lassen (FR)
Erschienen bei Hoffmann und Campe
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Auf Wunsch auch signiert vom Herl. Einfach bei der Bestellung unter "Bemerkungen" vermerken oder ggf. auch den gewünschten Text ( z.B. "Für die liebe Tante Gerda") oder sowas. Der Herl macht das dann.
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Leben wie Gott in Frankfurt.
Am Anfang war die Gelbwurst: Was wir schon immer über die Hauptstadt des Verbrechens und Heimat des Handkäs wissen wollten – Michael Herl war dabei. Eine unnachahmlich komische und eigenwillige Lektion in -Heimatkunde über Frankfurt, die widersprüchlichste Stadt Deutschlands.
Frankfurt ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Gut, der Dom steht da, wo er hingehört, die Zeil ist immer noch die Zeil und der Römerberg die gute Stube dieser Stadt. Aber Hertie heißt jetzt Karstadt, Ammerschläger gibt‘s gleich gar nicht mehr, und vom guten alten Kaufhaus Schneider sollte man lieber gänzlich schweigen.
Lokalmatador Michael Herl kennt Frankfurt wie kein anderer, und so gibt es in der großstädtischsten Großstadt Deutschlands vom Rotlichtbezirk bis zu den Bankentürmen des Großkapitals Abgründiges und Wunderliches, Skurriles und Schönes zu entdecken: von Adorno bis Apfelwein, von Peanuts bis Paulskirche, und sogar Offenbach kommt vor. Der Frankfurter weiß sehr wohl, wo Offenbach liegt. Woanders eben. Darauf einen Sauergespritzten.
Stefan Behr in der Frankfurter Rundschau schreibt:
Michael Herl behauptet, 1959 in Pirmasens geboren und irgendwann - der Liebe wegen - nach Frankfurt gezogen zu sein. Aber das stimmt nicht. Der Herl entstand 1985 quasi durch einen Betriebsunfall in der Bornheimer Apfelweinwirtschaft "Solzer":
Eine Reisegruppe trunkener Japaner wollte reinen Tisch machen und versenkte die Reste von Haspel, Handkäs und Schäufelchen in einem halbvollen Achter-Bembel und versteckte den hinter der Heizung. Das Behältnis blieb wochenlang unentdeckt; sein Inhalt begann zu gären, absorbierte jede Menge Schlächdgebabbel und Knodderei, und nach nur drei Wochen entstieg der fertige Herl dem Bembel.
Seitdem ist er Schutzpatron der Frankfurter und genießt beinahe unbegrenzt Macht und Ansehen - mit zwei Einschränkungen: Außerhalb geschlossener Räume kann der Herl sich nur auf dem Fahrrad vorwärtsbewegen; verlässt er die Stadtgrenzen, verliert er seine Macht. Die hessische Antwort auf den Golem kennt man heute vor allem durch seine Tätigkeit als künstlerischer Leiter des Stalburg Theaters, seine Kolumnen im Journal Frankfurt und seine Fernsehauftritte in Roberto Cappellutis ehemaliger "Late Lounge".
Jetzt hat der Herl auch noch ein Buch geschrieben. "Heimatkunde Frankfurt" heißt es, wird heute druckfrisch im Verlag Hoffmann & Campe erscheinen, kostet 14,95 Euro, zählt 144 kleine Seiten und ist alles in allem recht wohlgeraten. Michael Herl ist ein guter Kerl, er kann gar nicht anders. Kann jemand schlecht sein, der sächselnde Polizisten, keifende Nichtraucher und Rucolasalat mit Putenstreifen mit ganzer Seele hasst? Der den Hessischen Rundfunk wahrheitsgemäß in aller Öffentlichkeit einen "Schnarchsender" heißt und damit seinen Rauswurf provoziert? Der Kasseler als "lebensgroße, stumme Knetmännchen" outet? Nein!
Herl ist ein charmanter Erzähler, doch zu Beginn der Lektüre fragt man sich, ob Charme allein genügt. Dass man in Frankfurter Ebbelwei-Tränken vom Kellner zusammengeschissen wird, dass man Handkäs mit dem Messer isst, dass der Offenbacher den tiefen Teller nicht erfunden hat, dass die Gref- Völsing gebenedeit ist unter den Rindswürsten - das ist zwar alles wahr, aber man hat's eben schon tausendmal gelesen. Immerhin: Für Neu- Frankfurter sind auch das nützliche Integrationshilfen, die vor mancherlei Unbill schützen können.
Richtig in Fahrt kommt Herl allerdings, wenn er sich seinen Herzensthemen widmet. Noch niemand hat das leider untergegangene Kaufhaus M. Schneider so großartig gewürdigt, wie Herl das in seinem neuen Buch tut. Und er setzt der seligen Wirtin Lulu Schwarz alias Oma Rink ein literarisches Denkmal, das ihrer würdig ist. Von selten gelesener Schönheit ist der Initiationsritus für den samstäglichen Sportschau-Stammtisch.
Hier erreichen die von Herl erinnerten Monologe philosophische Höhen, die Teddy Adorno ziemlich alt aussehen lassen.